{"id":81,"date":"2015-10-28T13:46:37","date_gmt":"2015-10-28T12:46:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.antitecture.org\/freiraum\/?p=81"},"modified":"2016-01-28T17:51:48","modified_gmt":"2016-01-28T16:51:48","slug":"freiraum","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.antitecture.org\/freiraum\/?p=81","title":{"rendered":"Freiheit Freiraum (AN)"},"content":{"rendered":"<p>Frei:Raum und Freiheit sind f\u00fcr mich untrennbar.<\/p>\n<p>Ich f\u00fchle mich nicht frei.<\/p>\n<p>Freiheit bedeutet f\u00fcr mich, in v\u00f6lliger Losgel\u00f6stheit, ohne famili\u00e4re Verpflichtungen, gesellschaftliche und politische Zw\u00e4nge, Konventionen und Strukturen zu sein, zu leben. Da dies nie der Fall sein wird, kann ich die Frage nach meinem Frei:Raum mit \u201eden gibt es f\u00fcr mich nicht\u201c beantworten.<\/p>\n<p>Daher entscheide ich mich, relative Freiheit im Raum zu beschreiben. F\u00fcr mich wird Sie daran bemessen, wie gro\u00df die Gestaltungsfreiheit in Abh\u00e4ngigkeit der mich begrenzenden Strukturen ist, sie findet sich folglich an den R\u00e4ndern von Normen und Konventionen. Ein einfaches Beispiel w\u00e4ren jetzt \u201eArtpieces\u201c an der Fassade, die illegal sind, oder Sekten, die den \u00f6ffentlichen Raum zu ihren Gunsten missbrauchen und den Passanten undemokratische Werte vermitteln.<\/p>\n<p>Frei:Raum ist f\u00fcr mich mein pers\u00f6nlicher freier Raum, ist f\u00fcr mich ein R\u00fcckzugsort, ein Abschottungsgef\u00fchl, ein R\u00fcckzugmoment. Vielleicht auch ein kl\u00e4glicher Versuch, die absolute Freiheit zu versp\u00fcren. Auf der Toilette: der einzige freie Raum, der nur von mir alleine zur selben Zeit benutzt wird. Oder wenn ich abgeschnitten von der Au\u00dfenwelt, mit Musik auf den Ohren, durch die Stra\u00dfen laufe und mir meinen freien Raum zwischen Autos, Fahrr\u00e4dern, \u00f6ffentlichen und privaten Fl\u00e4chen schaffe. Ein anderes Beispiel f\u00fcr den Versuch, sich den Verpflichtungen und Verantwortungen zu entziehen \u2013 frei zu sein \u2013 ist die Flucht in drei Tage lange Feierei: der Gedanke, dass man jetzt unbedingt einen Freiraum braucht, um sich gehen zu lassen, umher zu schweifen, im Jetzt zu sein, um Da zu sein, nicht an morgen zu denken. Ein Ausloten der Grenzen des eigenen M\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Im Alltag wird der Begriff des Frei:Raum schon fast \u00fcberstrapaziert und f\u00fcr alles verwendet, was an den Grenzen unserer Normen und Konventionen kratzt. Meistens aber im Kontext der Ausbreitung der gesetzten Rahmenbedingungen, der eigenen oder der gesellschaftlichen. Zum einen st\u00e4dtischen Freir\u00e4ume: der freie Raum zwischen zwei H\u00e4usern, die freie L\u00fccke zwischen Schrebergartensiedlungen, der leere Raum eines Leerstandes oder der frei zug\u00e4ngliche Raum im \u00f6ffentlichen Raum. Aber auch gedankliche Freir\u00e4ume: der pers\u00f6nliche Freiraum in der eigenen Wohnung, sich den Freiraum in Form eines R\u00fcckzugsraumes nehmen, sei es die Toilette oder das eigene Zimmer. Oder auch ideologisch den gesetzlichen Freiraum, die Grauzone positiv oder negativ missbrauchen, sich den Freiraum f\u00fcr die eigene Illusion dessen nehmen und daf\u00fcr zu k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Gibt es einen kollektiven Freiraum? Einen Raum, der gleicherma\u00dfen dem pers\u00f6nlichen Anspruch der einzelnen Person im gebauten Raum gen\u00fcgt und f\u00fcr alle gemeinsam als Freiraum fungieren kann?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aida Nejad 28.10.15<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frei:Raum und Freiheit sind f\u00fcr mich untrennbar. Ich f\u00fchle mich nicht frei. Freiheit bedeutet f\u00fcr mich, in v\u00f6lliger Losgel\u00f6stheit, ohne famili\u00e4re Verpflichtungen, gesellschaftliche und politische Zw\u00e4nge, Konventionen und Strukturen zu sein, zu leben. 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